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Deutschland will den Niederlanden wieder mit Corona helfen

17-06/2020

Das versprachen sich Versorgungsminister Martin van Rijn und sein deutscher Amtskollege Karl-Josef Laumann aus Nordrhein-Westfalen am Montag im deutschen Münster. Die niederländische Regierung ließ am Montag auf dem Gelände des Universitätsklinikums in Münster tausende Matjes-Heringe als "großes Dankeschön" für die Aufnahme von 58 niederländischen Corona-Patienten auf den Intensivstationen deutscher Krankenhäuser verteilen.

 

Am Montag vor genau zehn Wochen wurden die ersten niederländischen Patienten in Deutschland aufgenommen. "Neun Niederländer sind leider gestorben. Die anderen sind wieder zu Hause und es geht ihnen besser", sagte uns Ernst Kuipers vom Landelijk Netwerk Acute Zorg in der deutschen Stadt. "Es waren dunkle Tage, Anfang April. Wir haben das Schlimmste erwartet. Ich werde nie vergessen, was die fantastische Solidarität der Deutschen für uns erreicht hat." Innerhalb eines Wochenendes wurde deutsche Unterstützung vermittelt, teilweise durch gegenseitige Freundschaften.

 

Nordrhein-Westfalen hat etwa so viele Einwohner wie die Niederlande. Aber das Bundesland verfügt über 6.000 Intensivbetten. "Wir bereiten uns seit zehn Jahren auf die alternde Bevölkerung vor, die mehr Pflege benötigen. Und zu Beginn der Corona-Krise haben wir die Zahl der Betten deutlich erhöht, aber zum Glück wurden bisher nicht alle diese Betten benötigt", sagt Laumann. Laut Kuipers wünschen sich die Intensivmediziner in den Niederlanden mindestens 550 zusätzliche Intensivbetten.

 

"Wir sind dankbar", betonte Van Rijn. "Als es wirklich notwendig war, gab es keine Barriere oder Bürokratie. Wir werden unsere Freundschaft und Zusammenarbeit ausbauen, um die Gesundheitsversorgung auf beiden Seiten der Grenze weiter zu verbessern".